Dispokredit · Grundlagen
Was ist ein Dispokredit?
Der Dispokredit ist der automatisch eingeräumte Überziehungsrahmen auf dem Girokonto — praktisch, aber meist die teuerste Form der Kreditaufnahme.
Kurz gesagt
Ein Dispokredit ist ein von der Bank eingeräumter, unbefristeter Überziehungsrahmen auf dem Girokonto. Er ist jederzeit ohne Antrag nutzbar, aber mit einem der höchsten Zinssätze am Kreditmarkt verbunden. Bei dauerhafter Nutzung lohnt sich meist die Ablösung durch einen Ratenkredit.
Was ein Dispokredit ist
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Wie hoch die Kosten sind
Der Sollzins für Dispokredite liegt in der Regel deutlich über dem eines Ratenkredits und wird von der Bank einseitig festgelegt. Eine gesetzliche Obergrenze gibt es dafür nicht, Informationspflichten regelt§ 505 BGB.
- Sollzins — meist zweistellig, von Bank zu Bank sehr unterschiedlich.
- Geduldete Überziehung — bei Überschreitung des Rahmens oft nochmals teurer.
- Kein gesetzlicher Höchstsatz wie bei der Vorfälligkeitsentschädigung.
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Rechenbeispiel
Ein Dispo-Rahmen von 3.000 € wird über 12 Monate mit durchschnittlich 2.000 € genutzt. Alle Werte sind frei gewählt.
| Dispo-Rahmen | 3.000,00 € |
|---|---|
| Genutzter Betrag | 2.000,00 € |
| Nutzungsdauer | 12 Monate |
| Sollzins | 11,90 % p. a. |
| Zinskosten | 238,00 € |
| Vergleich: Ratenkredit (6,9 %) | 138,00 € |
Wann sich eine Alternative lohnt
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- Bei dauerhafter Nutzung über mehrere Monate.
- Wenn ein Ratenkredit zur Ablösung einen klar niedrigeren Zins bietet.
- Wenn eine feste Rate die Rückzahlung planbar macht.
- Bei wiederkehrenden kurzen Engpässen kann der Dispo weiterhin sinnvoll sein.
Häufige Fehler
Den Dispo als Gehaltspuffer sehen
Er ist ein Kredit, kein zusätzliches Guthaben. Wer ihn regelmäßig ausschöpft, zahlt dauerhaft hohe Zinsen.
Die geduldete Überziehung übersehen
Eine Überziehung über den eingeräumten Rahmen hinaus wird häufig mit einem noch höheren Zinssatz belegt.
Nicht rechtzeitig vergleichen
Ein Ratenkredit zur Ablösung ist oft deutlich günstiger. Der Kreditrechner zeigt den Unterschied.
Keine Beratung im Einzelfall
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Häufige Fragen
Wie wird der Dispo-Rahmen festgelegt?
Die Bank legt ihn einseitig fest, meist orientiert an zwei bis drei Nettomonatsgehältern. Einen gesetzlichen Anspruch auf eine bestimmte Höhe gibt es nicht.
Kann die Bank den Dispo kündigen?
Ja, grundsätzlich jederzeit und ohne Angabe von Gründen, da es sich um eine freiwillige Kreditlinie handelt.
Gibt es eine Zinsobergrenze wie bei anderen Krediten?
Nein, anders als bei der Vorfälligkeitsentschädigung gibt es für Dispozinsen keine gesetzliche Obergrenze.
Wann lohnt sich eine Ablösung?
Sobald der Dispo über mehrere Monate dauerhaft genutzt wird. Der Kreditrechner zeigt die mögliche Ersparnis.
Quellen
- § 504 BGB, Überziehungsmöglichkeiten und geduldete Überziehung.
- § 505 BGB, Informationspflichten bei Überziehungsmöglichkeiten.
- Deutsche Bundesbank, Zinsstatistik für Konsumentenkredite, Kategorie Dispositionskredit.
- Verbraucherzentrale Bundesverband, Hinweise zur Dispokredit-Ablösung.
Alle Quellen abgerufen am 18.10.2026. Zinsangaben geben den Stand der Auswertung wieder und ändern sich täglich.